Waldbegehung Herbst 2026

Dem Klimawandel auf der Spur: Hübnerwald-Begehung zeigt Herausforderungen und Lichtblicke

Die Folgen des Klimawandels und die anhaltende Trockenheit machen auch vor den heimischen Wäldern nicht halt. Um den Mitgliedern und interessierten Bürgerinnen und Bürgern die aktuellen Veränderungen direkt vor Ort zu zeigen, lud Simon Stumpf als Waldvorstand der Hübner zu einer rund zweieinhalbstündigen Waldbegehung ein. 17 Teilnehmer – begleitet von zwei Kindern und fünf Hunden – folgten Forsttechniker Pit Tillier zu insgesamt sechs markanten Stationen im Hübnerwald.

Buchen unter Druck, Hoffnung bei Tannen

Gleich an der ersten Station wurde das Ausmaß der Trockenheit deutlich: Das Wipfelsterben setzt den altbewährten Buchen stark zu. Pit Tillier erklärte hierbei nicht nur die Schadbilder, sondern ging auch auf die Bedeutung von Habitatbäumen ein, die als wertvoller Lebensraum gezielt gefördert werden.

An der zweiten Station stand die Tanne im Mittelpunkt. Während man früher im Pflanzverband sehr eng gepflanzt hat, setzt man heute auf größere Abstände. Zwar gibt es auch bei Küsten-, Weiß- und Nordmannstannen Ausfälle, doch die Bornmüllertanne zeigt sich als interessante Alternative. Neben der Trockenheit machen dem Bestand derzeit jedoch auch Engerlinge (Maikäfer) und Mäuse zu.

Entwicklung nach Windwurf und Wandel im Baumarten-Management

Ein eindrucksvolles Waldbaubeispiel gab es an Station drei zu sehen: Auf einer rund 7 Hektar großen Fläche wurden nach einem Windwurf vor etwa 15 Jahren rund 31.000 Pflanzen gesetzt – der Großteil davon Eichen. Anschaulich vermittelte der Forstexperte den Unterschied zwischen Stiel- und Traubeneiche – gut zu merken an den Stielen von Frucht und Blatt.

Dass nicht jedes Experiment sofort gelingt, zeigte die vierte Station: Die Douglasie erfüllt die Erwartungen am Standort aktuell nicht wie erhofft. Umso spannender fiel der Blick auf die fünfte und sechste Station aus.

Spätblühende Traubenkirsche: Die aus Nordamerika stammende Baumart wurde über Jahre hinweg stark bekämpft. Da sie jedoch hervorragend an das heutige Klima und die Witterung angepasst ist, hat ein Umdenken stattgefunden: Erste gute Exemplare mit rund 8 Metern Schaftlänge werden nun gezielt gefördert. Ob sich dafür künftig ein wirtschaftlicher Markt entwickelt, wird die Zukunft zeigen.

Roteiche als Gewinner: Ebenfalls aus Nordamerika stammend, erweist sich die Roteiche als starker Gewinner im Klimawandel. Sie wächst stabil und liefert wertvolles Möbelholz für kommende Generationen.

Fazit: Der Wald verändert sich – aber es geht voran

Am Ende der informativen Runde zog Waldvorstand Simon Stumpf ein prägnantes Fazit: „Der Wald stellt uns vor große Herausforderungen, zeigt uns aber auch, was geht.“

Ein herzliches Dankeschön galt Forsttechniker Pit Tillier für die fachkundige Führung und seinen Einsatz am Sonntag sowie allen Teilnehmern für das große Interesse. Weitere Informationen zur Arbeit der Verwaltung finden Interessierte unter huebnerverwaltung.de.

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